

Wenn Menschen ihre Freude an der Stadtraumfahrt mit mir teilen, ist das immer ein schöne Erfahrung für mich. Bei der Stadt für eine Nacht 2016 kam eine Gruppe nach einer Stunde Benchparking zu meiner Station zurück und fragte, ob sie ihre Bank schon wieder abgeben müsste. Keineswegs. Und so zogen sie wieder von dannen. Als die Gruppe dann später ihre Bank wieder bei mir abgab, versprachen die begeisterten Benchparker mir Fotos von unterwegs zu senden. Kerstin Engel hielt Wort und verfasste dazu noch folgenden Bericht. Ganz herzlichen Dank

Die Älteren unter euch werden sich an Dirty Dancing und den Satz „Ich habe eine Wassermelone getragen!“ erinnern. Die haben wir an diesem Abend nicht bewegt, dafür aber eine Sitzbank und das quer durch die Stadt für eine Nacht in Potsdam. Benchparking war das Wort des Abends.



Gemeinsam mit 8 Freunden und der Bank unterm Arm erkundeten wir die Stadt. „Bank 3 auf Reisen“ wurde an eine Tafel geschrieben und schon gings los. Erste Station direkt vorm Eiswagen. Mm lecker – so ein Softeis im Sitzen. Danach ein kurzer Stop direkt am Wasser und eine letztes Benchparking neben dem Liedermacher, der so gern mal über den Wolken wäre.
Vielfältig die Reaktionen der anderen Stadtbesucher. Von fröhlichen Gelächter, über fragende Blicke bis zum totalen Unverständnis. Einige Besucher der Stadt haben mit uns gemeinsam Platz genommen. So mussten die zwei Studentinnen aus Berlin mal kurz die Füße ausruhen, der Kollege vom Büro neben an, erzählte wie froh er ist, nach vielen Jahren wieder in Potsdam sein zu können und Rubina aus Pakistan, die ihrer Schule in Lahore und damit 400 Kindern eine Zukunft geben will, ließ sich gemeinsam mit uns am Havelufer nieder.
Dieser Abend „mit unserer Bank“ war für uns alle eine interessante Erfahrung mit vielen netten Begegnungen. Ich kann nur sagen, vergesst Dating-Portale. Klemmt euch eine Bank unter den Arm und geht durch eure Stadt.




Die Sitzflächen der Bänke wurden von mir mit nicht-permanenter Folie beklebt, auf der die Benchparker die Möglichkeit hatten, etwas zu schreiben oder zu malen. Davon wurde rege Gebrauch gemacht. Waren die Bänke zu Beginn noch weiss, wurden sie während der Stadt für eine Nacht stetig bunter. Es gab auch Zeiten, in denen alle Bänke unterwegs waren. Am Ende waren die Bänke voll bemalt und beschrieben. Jede für sich einzigartig.







Bei der Stadt für eine Nacht 2016, dem größten Kulturfestival Brandenburgs, haben sich insgesamt 39 Menschen auf Stadtraumfahrt mit einer Sitzbank begeben. Benchparking startete zehnmal mit unterschiedlichen Gruppengrößen. Die größte Gruppe hatte 7 Teilnehmer, eine Gruppe wuchs während des Benchparking von 2 auf 6 Personen an.
Ingesamt waren alle Benchparker zusammen 660 Minuten bzw. 11 Stunden mit Bank unterwegs. Durchschnittlich dauerte daher eine Stadtraumfahrt 66 Minuten, die längste ging über 2 Stunden und 15 Minuten. Hier ein Bild der ersten Menschen beim Benchparking. Vielen Dank an alle Teilnehmer!
